Die Ursprünge der Firma reichen bis ins Jahr 1817 zurück, zu einem Sir John Gillon aus Linlithgow, über dessen Werk ich bislang leider nichts herausbekommen habe, außer dass er ein Appointment to William IV auswies, der Royal Warrant von damals, sozusagen… William IV war König von 1830 bis 1837. Und ein Jahrhundert später steht das immer noch auf dem Etikett.
Whisky aus dieser Zeit liegt nicht in meinem Fokus – dazu bin ich schlicht zu arm… 🙂 Jedenfalls wurde bereits 1904 Printwerbung für Marken gemacht, die sich teilweise über Jahrzehnte behauptet haben1, z.B. (Ye) Auld Toun, King William IV und Real Mountain Dew.

Die ursprüngliche Firma John Gillon & Co. hat sich 1913 mit der James Ainslie & Co., mit Walter Baillie & Sons und mit den Robertson Brothers zusammengetan um Ainslie, Baillie & Co. Ltd. (Leith) zu formieren. Diese Firma wurde jedoch 1921, nach dem Renteneintritt von Robert Ainslie (dem Sohn des Firmengründers von James Ainslie & Co.) wieder liquidiert und an Sir James Calder abgegeben, der daraus die Firma Ainslie & Heilbron machte2.

Die John Gillon & Co. Ltd. wurde am 21.10.1926 in Glasgow von H. J. Ross eingetragen, offenbar als Folgefirma einer zuvor liquidierten Vorgängerfirma von Sir John Gillon, die ersten Geschäftsführer waren Henry James Ross und James John Ainslie.3

Die Verbindungen zwischen John Gillon & Co. Ltd.und Ainslie & Heilbron (Destillers) Ltd. sind eng, beide Firmen waren DCL-Töchter und beide Firmen residierten in der Oswald Street Nr. 5 in Glasgow.

1953 wurde John Gillon & Co. von DCL die Lizenz zum Betrieb der Glenury Destille übertragen, welcher hauptsächlich für Blends verwendet wurde. Folgende Handelsmarken wurden (Stand 1982) vermarktet:

Subsidiaryexistierte von … bis …Handelsmarken
John Gillon & Co. Ltd.,
Leith (later Glasgow)
1817 – 2010Gillon’s „G“ Blended (1970s – 1990s)
Glenury Royal Highland Malt (ab 1953 – frühe 1990s)
King William IV (1953 – 1970s)
Real Mountain Dew (<= 1904)
Ye Auld Toun (1953 – 1980s)
Quelle: „The Schweppes Guide to Scotch“, Philip Morrice, 1983, ISBN 0 906670 11 X, Seite 226

Das Ende hat sich ein wenig herausgezögert. 1968 hörte Glenury Royal auf selbst zu mälzen, im Mai 1985 wurde die Produktion eingestellt und bis 1992 war die Glenury Destille weitgehend abgerissen. Da nur 12y alte Glenurys abgefüllt wurden, war 1997 rein rechnerisch der letzte Malt von Gillon auf dem Markt.

Aus dieser Zeit gibt es noch eine Gillon’s „G“ Blendabfüllung, welche aber eher als ein letzter Akt der Verzweiflung angesehen werden darf.

Im Jahr 1986 wurde DCL von der Guinness-Gruppe übernommen, 1987 wurde daraus United Distillers, welche 1997 dann von Diageo geschluckt wurde, was Diageo zum neuen Eigentümer von John Gillon & Co. machte. 12 von 15 Direktoren reichten daraufhin ihren Rücktritt ein, im Jahr 2009 wurde die Firma dann zur Liquidation freigegeben und der letzte Eintrag im Firmenregister von 2010 zeigt das Schicksal einer gefledderten Übernahmeleiche:

Schade, John, war schön mit Dir… 😉

  1. Westminster Gazette, 5. August 1904 ↩︎
  2. Quelle: „The Schweppes Guide to Scotch“, Philip Morrice, 1983, ISBN 0 906670 11 X, Seite 154 ↩︎
  3. https://find-and-update.company-information.service.gov.uk/company/SC014350/filing-history/MTkxNDgyMDMxYWRpcXprY3g/document?format=pdf&download=0 ↩︎
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